Frühlingsduft mit Sommerlachen

«Wer singt, lebt länger»

Sagt Andreas Doepfner. Er hat ein Buch herausgegeben, ein Pandemie-Tagebuch. Eine Hommage an den freien Kopf trotz anderweitigen Einschränkungen.

. . . die Musik ist Trösterin während der Pandemie. Gelebt wird Musik in uns selbst, ausgelöst von Künstlern wie Julia, Barbara, Dani. So entsteht Musik beim Einsingen-um-9 in splendid isolation. Dieser Morgentermin hilft eine Tagesstruktur aufbauen, mal brummelnd heiser, wie ich am Morgen oft bin, mal beschwingt. Der Kanon ist heute ein toller Start. Dank über den Zürichsee an Julia!

Was für eine Freude, dass unser tägliches Live-Stream-«Einsingen um 9» damit Einzug hielt in die aktuelle Literatur. Sie hat doch durch die Bildschirme hindurchgeklungen, die Freude am Gesang und vielleicht sogar das Erstaunen darüber, einen Ausdruck zu finden in der Pandemie. Andreas schreibend, wir tanzend-singend vor der Kamera – tagtäglich. Pfnüselküste – Goldküste und einmal zurück. Aber nicht nur.

. . . Wässern hilft den Pflanzen, Singen den Menschen. Einen Dürrekanon gibt’s wohl nicht – dafür den Sommerkanon, den die temperamentvolle Julia digital über den Bildschirm streamt, heute zum zweiten Mal, aber von hinten nach vorn gesummt, also umgekehr – um zu testen, ob ihn der Chor von tausend Einzelnen am Bildschirm rückwärts erkennt. Alle allein am Computer zu Hause – nicht wie an der Probe dreidimensional mit andern . .

Ist es nun live oder doch nicht? Wie ist Gemeinschaft möglich, so ganz alleine?

Ja, lachend wird er kommen, der Sommer! Herzerwärmend ist diese Melodie. Noch ist nach Kalender Frühling, doch frühsommerlich, nicht wie sonst. Ich nehm› die Primavera naturhaft rein wie sie kommt, con amore, senza Corona.

Danke, Andreas, für das Buch, die goldenen Schwebepartikel, die ich als Freude einsauge, bei jedem Abspannen und rauspuste, ganz weit, weiter noch als Aerosole denken könnnen.